Neue Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge in Köln
domradio.de: Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?
Dierkes: Wir müssen als Kirche schauen, dass wir die Kirche im Dorf lassen, d.h. dass wir tatsächlich bei den Menschen bleiben. Das wird nicht mehr so funktionieren, wie wir das bislang als Volkskirche gewohnt waren. Die Volkskirche gibt es ja im engeren Sinne schon lange nicht mehr. Wir müssen schauen, dass wir uns in der Fläche durch kleine christliche Gemeinschaften neu aufstellen, dass wir in den Familienzentren präsent sind, in der Krankenhausseelsorge. Wir müssen dort verstärkt auch mit Ehrenamtlichen und Laien arbeiten, ebenso im Hospizbereich. Wir müssen ein Netzwerk von ganz unterschiedlichen Gemeinschaften aufbauen, die aus der Bibel heraus leben, in die Welt schauen und dann erkennen, wo sie gebraucht werden und Verantwortung übernehmen können. Ich wünsche mir, dass es zu einer lokalen Kirchenentwicklung kommt. Ich bin mir auch sicher, dass das gelingen wird. Wenn Menschen sich vom Evangelium wirklich angesprochen fühlen und dann sehen, was notwendig ist, dann geht es gar nicht anders, als in die Hände zu spucken und in die Welt hinaus zu gehen

