Montag, 26. August 2013

Von den Anfängen lernen . .

Hier scheint für mich das Wesen dessen auf, was Paulus als ekklesia bezeichnet: » ... an die Gemeinde (ekklesia) Gottes in Korinth ...« Das entstehende Christentum suchte seine Gestalt nicht in der Schaffung neuer Kulträume oder besonderer Sphären des Heiligen. Seine ersten Spuren sind weder Sakralarchitekturen noch Riten der Abgrenzung. 

Das frühe Christentum holte seine Kraft aus der Alltäglichkeit aus den einfachen Gebräuchen des Essens und Trinkens, des Waschens, der Geselligkeit Es schuf keine Sonderwelten sondern setzte das einfache Leben in einen neuen Zusammenhang. ln kleinen körperlichen Gesten sprach sich der neue Glauben aus - in der Fußwaschung und in der segnenden Handauflegung im Weinkelch an den Lippen und im Brot auf der Zunge. Diese Elemente waren wie Steinchen aus der antiken Lebenswelt gebrochen und neu zusammengesetzt zu einem Mosaik.

Nichts Höheres wurde über den profanen Alltag gebaut, sondern der Alltag selbst verwandelt und damit die Grenze zwischen profan und heilig aufgelöst. Das Essen war nicht mehr nur Essen, das Trinken war mehr als Trinken, die Gräber wurden zu Orten der frohen Versammlung, und die heidnischen Festzyklen im Jahreskreis hatten ohnehin jede strukturierende Kraft verloren, denn die Zeit war verdichtet: Alles hatte jetzt eine andere Bedeutung, die ganze Zeit, im Vergehen, im Verweilen, nur ein Augenblick noch, in dem Christus.

Christian Lehnert, Korinthische Brocken, Suhrkamp 2013 S. 29

Donnerstag, 31. Januar 2013

Regionaltreffen 21.01.2013 Königsbrunn

„Nicht kopieren, sondern kapieren!“

bistum-augsburg.de

Bibiana Joo-hyun Ro war der am weitesten angereiste Gast des Basistreffens von Kleinen Christlichen Gemeinschaften (KCG) / Christliche Basisgemeinschaften, das am 21.01.2013 im Pfarrheim der Königsbrunner Pfarrei Maria unter dem Kreuz stattfand. Die „Executive Secretary“ im AsIPA-Büro aus Seoul in Südkorea nahm zusammen mit dem Augsburger Priester Max Stetter an einer großen Studientagung zu Basisgemeinschaften in Tübingen teil, bevor beide in Königsbrunn Station machten.

Die Königsbrunner KCG-Gruppe bereitete einen Begegnungs- und Austauschabend für die 17 Teilnehmer vor, der mit einem „Bibel-Teilen“ zum Sonntagsevangelium begann. Anhand des Anfanges des Lukasevangeliums, in dem es um die Weitergabe der Frohen Botschaft vor allem an die Ausgegrenzten und Benachteiligten geht, war gleich ein Zugang zum Austausch mit Bibiana Joo-hyun Ro gefunden.

Auf Ebene der asiatischen Bischofskonferenz ist sie für die Vernetzung und Schulung der christlichen Basisgemeinschaften in ganz Asien zuständig. Von ihrem Büro in Seoul aus arbeitet sie mit Länder- und Diözesanverantwortlichen an der Verbreitung des neuen pastoralen Modells, das in Lateinamerika, Afrika und Asien auf der Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils entwickelt wurde.

In kleinen Glaubens- und Lebensgruppen in der Nachbarschaft, versammelt um das Wort Gottes, gestalten die Mitglieder als unterste Ebene Kirche vor Ort. „Der Austausch über das Wort Gottes gibt mir Kraft fürs tägliche Leben“, so ein Teilnehmer. „Ich kann darin entdecken, was wertvoll ist, auch wenn die regelmäßigen Treffen bei mir in einem dichten Terminkalender unterzubringen sind. Gehe ich aber dann von so einem Abend nach Hause, fühle ich mich beschenkt und erfüllt“.

Von den Anfängen der Small Christian Communities in Asien, berichtete Bibiana Joo-hyun Ro. Mit dem Beschluss der asiatischen Bischöfe im Jahre 1990 fand eine große Wende in der Kirche Asiens statt. Sie griff die Vision einer „partizipatorischen (Teilnahme ermöglichenden) Kirche“ auf. Die Erfahrung davor war, dass die Gemeinden immer größer wurden, aber die Beteilung der Gläubigen nicht zu-, sondern eher abnahm. Viele Bischöfe gestalteten daher ihre Diözesen nach dieser neuen Vision aus dem Konzil um und begannen, die Laien zu befähigen, ihr Christsein nach dem Bild des „Volkes Gottes auf dem Weg“ zu leben. Als Basis führten sie dazu das Bibel-Teilen ein. „Wir haben aus Fehlern gelernt und sind ständig dabei, das pastorale Konzept immer mehr unserem asiatischen Denken anzupassen. Je gesellschaftlichem Kontext wird es anders umgesetzt“, so Ro.

Diese Aufgabe sehe sie auch für Europa als notwendig an. Es gehe nicht darum, das asiatische Modell zu kopieren, sondern dessen Vision zu kapieren. Im vergangenen Jahr feierte die Kirche in Südkorea 20-jähriges Bestehen von Small Christian Communities. Als wichtigen Lernprozess sah die Referentin, dass die Pfarrgemeinden und ihre Räte eine Pastoralplanung auf der Grundlage des Konzils erstellten. So konnte es nicht geschehen, dass ein neuer Gemeindeleiter kommen konnte, und alles einfach anders machte. Ein reger Austausch in kleinen Gruppen schloss sich den Ausführungen der Südkoreanrin an.
Anton Stegmair

Weitere Infos unter: www.missio.de / Kleine Christliche Gemeinschaften


Donnerstag, 17. Januar 2013

Regionaltreffen Augsburg

21. Januar 2013

Internationales Symposium


Mittwoch, 25. Januar 2012

KCG hat mich wieder fit gemacht


KCG war sehr schön heute; weißt du, dass es mir meist so geht, dass ich sehr müde bin, dienstags nach Weltladen und Besuchsdienst und manchmal auch schon dachte, oh je jetzt noch KCG....

und mich dann s o erhole , wirklich tief erhole , wach bin und fröhlich!

Heut war ich wieder zu Besuch bei meiner 78 jährigen Dame. Unter drei Stunden komme ich da nicht weg, weil ich spüre die Frau braucht mich, hängt an mir, will auch geistige Nahrung von mir . 

15 Din a 4 Seiten voll habe ich Dinge geschrieben, gefragt, beantwortet - ich tue es gern - aber da ist man einfach ausgelaugt.

Und KCG hat mich wieder fit gemacht.

Das ist für mich übrigens d i e Entdeckung bei KCG, wie man sich wirklich ohne viel Details auszutauschen näher kommt, wie man nicht nur in Respekt sondern in wahrer Geschwisterlichkeit sich annimmt, einfach so,  weil einen doch der Geist verbindet,  weil man Toleranz praktiziert, wo man es in Gremiensitzungen nicht immer schafft oder nur äußerlich; hier ist man auch so ehrlich dabei.
 Andrea Collisi

Donnerstag, 23. Juni 2011

Schritt 6. Handeln


Ich komme soeben von einer Witwe, die seit gestern im Sterben liegt. Sie war seit den 90er Jahren in unserem Gebetskreis. Konnte die letzten zwei Jahre nicht mehr kommen. Hat aber in ihr Haus immer Frauen eingeladen zum Gebet. Die Tochter hat sofort alle informiert, wo sie wusste, dass die Mutter mit ihnen im Gebet war. So wechseln wir uns von früh bis Abends am Sterbebett ab. Das interessante ist, dass jetzt ja auch die Enkelkinder im Alter von 20 – 30 Jahren da sind und die beten mit. Die Tochter hat sich heute aus dem Internet das Rosenkranzgebet heruntergeladen: „Damit wir ihn auch beten können, wenn ihr nicht da seid.“

Plötzlich werden die Gotteslobe im ganzen Haus zusammen gesucht, weil man sich erinnert, dass die Mutter so sehr eine Marienverehrerin war und nun werden die Mariengebete einschließlich der Lauretanischen Litanei gebetet. Der 23jährige Enkel hat plötzlich einen Rosenkranz in der Hand! 

Die Verwandten bitten uns, ja wieder zu kommen. „Es tut so gut, nicht allein da durch zu müssen.“ Jedes mal wenn gebetet wird, ist die Sterbende ganz gelöst. 

Wir beten nicht nur, sondern tauschen uns auch aus, über das Leben der Sterbenden und was sie alles Schönes mit ihr erlebt haben und was sie selber geschätzt hat. Es ist eine ganz gelöste Stimmung. 

Das alles ist nur möglich, da diese Frau sich in unserer christlichen Gemeinschaft so wohl gefühlt hat. Die Töchter bekundeten, dass sie ohne uns ganz einsam und hilflos wären. Für uns ist es sehr schön zu sehen, wie die Familie zusammenrückt und voller Hoffnung auf das „neue Jerusalem“ schauen kann, wohin ihre Mutter und Oma nun geht. Wir haben nämlich auch diese Bibelstelle gelesen. (R. Große)

Donnerstag, 16. Juni 2011

Sende aus deinen Geist und das Angesicht der Erde wird neu

" . . . ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie am Dienstag bei uns waren. Ich war sehr gespannt, wie der Abend werden würde und wir haben lange darauf hingefiebert. Wir haben ja kurz über Taize gesprochen. Dort habe ich eigentlich für mich entdeckt, wie tief es gehen kann, wenn man sich gemeinsam mit anderen auf die Bibel einlässt. Und seitdem denke ich mir, dass doch so etwas nicht nur in Taize möglich sein sollte und es lässt mir keine Ruhe.

Deshalb fasziniert mich der Gedanke, hier in einer Gruppe zu leben, die sich regelmäßig um die Bibel versammelt und auch die Verbundenheit mit den vielen Christen auf dieser Welt die das auch tun. Ich fand das Bibelteilen am Dienstag sehr schön und freue mich wirklich auf weitere Begegnungen dieser Art. Ich glaube auch, dass das eine Form von Kirche sein kann, die wirklich nachhaltig ist und vielleicht in Zukunft trägt. Wo ich noch gespannt bin, wie wir das zeitlich in unserer Familie auf die Reihe bekommen. Wir haben drei Kinder und so eine Alltagswoche ist wirklich richtig voll... Mal sehen." (A. Siegmund)